(Wie) willst du die Demokratie digitalisieren? Ein Szenarioworkshop für Zukünfte
2021-02-27, 18:00–18:45 (Europe/Zurich), Cyber

«Die Zukunft der Demokratie ist digital»,heisst es oft. Es sind viele Zukünfte denkbar, manche davon wünschenswert, manche weniger. Uns interessiert nicht, wie Zukunft tatsächlich wird, sondern vielmehr, welche Zukunft wir wollen. Gemeinsam erarbeiten wir wünschenswerte Zukunftsszenarien für die digitale Demokratie und stellen sie zur Diskussion. Denn erst wenn wir eine geteilte Vorstellung davon haben, wie eine wünschenswerte Zukunft aussieht, können wir als Gesellschaft proaktiv darauf hinarbeiten. Wo wenn nicht im Kontext der Demokratie sollte Digitalisierung demokratisch verhandelt werden?


Die «digitale Demokratie» ist kein vorgefertigtes Konstrukt, das auf uns zukommt und wir müssen uns darauf vorbereiten müssen. Obwohl das Attribut «digital» auf einen Zustand hinweist, muss vielmehr von einem nicht-abgeschlossenen und formbaren Prozess gesprochen werden. Es gibt eine Vielzahl von Zukunftsszenarien für die Digitalisierung der Demokratie, manche davon wünschenswert, manche weniger. Uns interessiert also vielmehr die Frage wie – wenn überhaupt – wir die Demokratie digitalisieren wollen, als wie die digitale Demokratie in Zukunft aussehen wird. Um diese Frage zu beantworten, brauchen wir allerdings eine geteilte Vorstellung davon, in welcher Demokratie wir in Zukunft leben wollen. Dabei müssen wir uns immer wieder vor Augen halten: des einen Utopie ist des anderen Dystopie. Wie also die Zukunft der digitalen Demokratie aussieht, muss verhandelt werden – und zwar demokratisch!

Wir wünschen uns deshalb einen öffentlichen und inklusiven Diskurs darüber, wie wir uns eine wünschenswerte (digitale) Demokratie vorstellen. Mit unserem Workshop möchten wir hier einen Beitrag leisten. Im Zentrum steht die Frage: (Wie) willst du die Demokratie digitalisieren? Dabei beschäftigen wir uns in einem ersten Block mit dem Ist-Zustand. Wir befassen uns mit Spannungsfeldern, welche zur Zeit das Verhältnis von Demokratie und Digitalisierung prägen. Auf dieser Grundlage versuchen wir in einem zweiten Block, wünschenswerte Zukunftsszenarien abzuleiten. Dabei geht es nicht darum, die Digitalisierung unkritisch zu betrachten und nur die positiven Tendenzen hervorzustreichen. Vielmehr sollen negative Entwicklungstendenzen erkannt werden, um frühzeitig gegensteuern zu können. In einem dritten Block werden wir die entwickelten Zukunftsszenarien diskutieren und uns überlegen, wie wir uns als Gesellschaft in Richtung des Wünschenswerten bewegen können. Denn wenn wir wissen, wie eine wünschenswerte Zukunft aussieht, können wir Gelingensbedingungen für die Gegenwart ableiten. Das eröffnet uns Handlungsspielräume und die Möglichkeit, Zukunft pro-aktiv zu gestalten.

An diesem Workshop kann nur eine begrenzte Anzahl Personen teilnehmen. First come, first served.


Niveau

Einstieg

Ramona Sprenger ist Partnerin beim Think- und Do-Tank Dezentrum, der den digitalen Wandel auf Basis von Zukunftsexperimenten aktiv mitgestaltet. Nach ihrem Abschluss in Interaction Design begann sie ein Studium in Philosophie und Informatik an der Universität Zürich. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist sie Mitglied des Vorstands der Roten Fabrik und Teil des sozialen Startups HONORABL. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Thema der digitalen Partizipation.

Anna Boos ist Partnerin beim Dezentrum, ein Think und Do Tank, der sich mit wünschenswerten Zukünften für eine digitale Gesellschaft auseinandersetzt. Sie ist ausserdem wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für politische Philosophie an der Universität Zürich und schreibt ihre Dissertation zur demokratischen Legitimität der künstlichen Intelligenz.